Interpellation: Entwicklung des öffentlichen Raums in Littau
15. Dezember 2024 – Die Entwicklung des öffentlichen Raums im Stadtteil Littau hinkt dem Bau neuer Wohnungen hinterher – Mirjam Fries und Luzi Andreas Meyer fragen den Stadtrat, wie er die Aufenthaltsqualität verbessern will.
Die grössten Potenziale für zusätzliche Wohnbauten in der Stadt Luzern liegen in Littau und Reussbühl. So wurden in den vergangenen Jahren in Littau Dorf mehrere hundert neue Wohnungen realisiert – und weitere Neubauten folgen. Die Bebauungsdichte ist insbesondere entlang der Luzernerstrasse sehr hoch.
Die Neubauten auf der Grossmatte beherbergen auch publikumsintensive Nutzungen wie grosse Detailhändler und ein neues Restaurant. Dies führt zu einem stark intensivierten Aufenthalt und deutlich höheren Frequenzen im Fussverkehr. Noch immer gilt auf dem betreffenden Abschnitt der Luzernerstrasse Tempo 50, der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist unattraktiv.
Die Qualität für zu Fuss Gehende und der Aufenthalt im öffentlichen Raum waren bereits Thema in den Motionen 74 vom 18. April 2017 und 180 vom 31. Mai 2022. Dabei unterstützten Stadtrat und Parlament die Absicht der Motionärinnen und Motionäre, konkret die nachfolgenden Projekte:
- Betriebs- und Gestaltungskonzept (BGK) Bernstrasse/Luzernerstrasse
- Aufwertung Fanghöfli zum Quartierplatz und -zentrum
- Einführung des Geschwindigkeitsregimes Tempo 30 für das Quartierzentrum Littau
- Aufwertung Gasshofstrasse und alter Dorfplatz.
Die Projekte wurden aus mehreren Gründen zeitlich verzögert, das kann der Antwort auf Motion 180 entnommen werden. Bis heute scheint immer noch nichts gegangen zu sein.
Es ist offensichtlich: Während immer mehr Wohnungen entstehen, hinkt die Entwicklung des öffentlichen Raumes hinterher. Das ist seit längerem so und wird sich mit der Fertigstellung der Überbauung Gasshof (171 Wohnungen) und Littau West (über alle Parzellen 360 Wohnungen) weiter verschärfen. Bereits ab 2025 soll auch die Abgabe des städtischen Areals für das Gebiet Längweiher im Baurecht starten (über alle Etappen rund 600 Wohnungen). Das letzte zu bebauende städtische Areal wird der Grenzhof sein, wo von einem zusätzlichen Potenzial von 140 Wohnungen auszugehen ist.
Auch wenn der Wohnungsbau ein wichtiges Thema für die Bevölkerung ist, so ist das Tempo im Stadtteil Littau aus Sicht von vielen Einwohner*innen mittlerweile zu hoch. Es besteht die Befürchtung, dass bald ganz Littau überbaut ist und die letzten Wiesen verschwinden. Auch das vermehrte Verkehrsaufkommen führt zu Fragen.
Die vorgängig genannten Projekte zur Aufwertung des Zentrums sind absolut dringend und wichtig, im
gebauten Ortsteil ist der Handlungsspielraum allerdings teilweise beschränkt. Wo die Stadt noch mehr Handlungsspielraum und freie Flächen hat, ist auf den eigenen Arealen Längweiher und Grenzhof. Dies gilt insbesondere für den Erhalt von Grünflächen und die Schaffung von öffentlichen Treffpunkten.
In diesem Zusammenhang stellt die Mitte-Fraktion die folgenden Fragen zur Beantwortung durch den
Stadtrat:
- Wie ist der Stand der Umsetzung der Projekte aus Motion 180?
- Welche öffentlichen (grünen) Begegnungsorte plant die Stadt auf dem Areal Längweiher und wie
konkret sind diese Ideen? - Welche öffentlichen (grünen) Begegnungsorte plant die Stadt auf dem Areal Grenzhof und wie konkret sind diese Ideen?
- Gibt es weitere Pläne seitens der Stadt zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität für die Bevölkerung im
Stadtteil Littau? - Was tut die Stadt, damit der Stadtteil Littau nicht zu einer Schlafstadt wird?
- Und zum Verkehr: Wie kann die Mobilität der Einwohner*innen im Stadtteil Littau bei diesem Bevölkerungswachstum sichergestellt werden?
